Eckernförde

Eine Kritik aus der Eckernförder Zeitung vom Montag, 19. September 2005 geschrieben von Inke Wehr

Hamburger Operettenchor zeigt Bein

Musikalische Höhepunkte aus der bunten Welt der Operette führte der Hamburger Operettenchor am Freitag vor rund 300 Zuschauern in der Stadthalle auf.

Eckerförde – Sie schmachten und schmähen, verachten, lieben und begehren. Und sprühen dabei stets vor Temperament und Lebenslust. Die Helden in Franz Lehars „Die lustige Witwe“, Fred Raymonds „Maske in Blau“ oder Emmerich Kalmans „Gräfin Mariza“. Die schönsten Melodien aus den Operettenklassikern hatte der Hamburger Chor im Gepäck. Ebenfalls mit von der Partie: Jacques Offenbachs „Salon Pitzelberger“ sowie zwei Stücke von Johann Strauß.

 

 

Wissenswerte Details, unterhaltsam verpackt, lieferte dazu Moderator Rüdiger Wolff, der sich freute, wieder einmal in seiner Geburtsstadt Eckernförde zu sein. Dass am Ende etlicher Irrungen und Wirrungen stets ein glücklicher Ausgang warte, sei typisch für die schwungvolle Gattung Operette: „Alles wird gut.“ So läuten am Ende der „Maske in Blau“, 1937 in Berlin uraufgeführt, die Hochzeitsglocken gleich für zwei Liebespaare.

Ein glamouröses Paar waren auf der Stadthallen-Bühne der Tenor Felix Müller und die Sopranistin Désirée Brodka. Mit paillettenbestickter Bauchbinde und funkelnden Ringen gab Müller, der in Engagements unter anderem am Berliner Theater des Westens und den Ruhrfestspielen Recklinghausen von sich reden machte, eine ausdrucksstarke Interpretation des Grafen Danilo, einst die Paraderolle von Johannes Heesters. „Lippen schweigen“ oder „Im Gegenteil, ich bin ja für die Ehe“, sang Müller mit Désirée Brodka im Duett, Meisterschülerin von Benita Valente oder auch Agnes Giebel.

Mit seiner stimmgewaltigen sängerischen Darbietung sorgte der Chor unter der Leitung von Doris Vetter dafür, dass an diesem Abend die Liebhaber der Operette auf ihre Kosten kamen. Farbenfroh trotz einheitlich schwarzer Kleidung stimmten die Kostüme der Sängerinnen mit ihren roten, blauen, grünen Federboas schon auf den ersten Blick auf Paris, das Maxim oder die „Grisetten“ ein, die im gleichnamigen Lied aus der „lustigen Witwe über die Bühne wirbelten.

Solo-Violinistin Anna Preyss-Bator, Konzertmeisterin der KlassikPhilharmonie Hamburg, verlieh der ungarischen Operette „Gräfin Mariza“ besondere musikalische Akzente. Am Flügel begleitete Pianist Giorgio Radoja das Konzert, Herr über die Perkussion war Dirk Iwen von den Hamburger Symphonikern.

Letzte Aktualisierung ( Friday, 6. April 2007 )
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