2007

Itzehoe

Eine Kritik aus der Norddeutschen Rundschau, geschrieben am Montag, 26. November 2007 von Heinz Longerich

Unbeschwerter Abend mit guten Bekannten

Itzehoe – „Freunde, das Leben ist lebenswert…“ –
mit erlesenen Melodien aus Oper, Operette und Musical erfreute im vollbesetzten theater itzehoe ein Konzert der gehobenen Unterhaltung. Zu Gast: der Operettenchor Hamburg mit großem Orchester, einer Handvoll Solisten und dem Kammerchor Karlsruhe. Moderator Friedhelm Mönter führte durch ein Gala-Programm ausgesuchter „Ohrwürmer“: Arien, Duette, Chor- und Tanzszenen aus Werken von Smetana, Gounod, Bizet und Verdi bis hin zu Kálmán, Raymond, Lehár, Johann Strauß.

Star des unbeschwerten Abends war unstreitig Doris Vetter, die mitreißende Dirigentin, der auch die Gesamtleitung oblag. Eine sympathische junge Frau, die souverän das starke Orchester und den großen Chor beherrschte, mit natürlichem Charme die Gunst des Publikums errang und zum Schluss auch noch als Sängerin brillierte.

Mit einem außergewöhnlichen Solo-Auftritt ergänzte der Kammerchor Karlsruhe, ein Vokalensemble des dortigen Helmholtz-Gymnasiums, die Vortragsfolge. A Cappella zu hören war afrikanische Folklore – einer der umjubelten Höhepunkte des Konzerts. Für ein Highlight anderer Art sorgten einige Damen aus dem Operettenchor, deren schwungvoller Cancan zeigte, dass dort neben sängerischen auch tänzerische Talente zu finden sind.

Den Solisten bot das populäre Programm mit seinen dankbaren Partien manche Steilvorlage. Lauter gute alte Bekannte: Die verkaufte Braut, Carmen, Gräfin Mariza, Giudita und viele andere aus dem Repertoire von Oper und Operette, auch My Fair Lady als einziges Musical.

Mit dem Konzertabend knüpfte der Operettenchor Hamburg an seine erfolgreiche Mitwirkung bei den „Herbstklängen“ 2006 und vor allem an die prächtige Operetten-Gala im März dieses Jahres an. Auch diesmal im theater itzehoe wieder rauschender Beifall mit stehenden Ovationen. Selbst noch nach drei Zugaben fiel Gästen wie Publikum das Abschiednehmen offensichtlich schwer.

Letzte Aktualisierung ( Thursday, 6. December 2007 )

Schenefeld

 

Eine Kritik aus dem Schenefelder Tageblatt vom 07.07.07

 

Sie sangen sich in die Herzen der Schenefelder

 

 Forum: Beeindruckendes Konzert des Operettenchors Hamburg / Ausgezeichnete Solisten 

Ein Volltreffer: Das Konzert des Operettenchors im Forum war so gut wie ausverkauft. Die Organisatoren sehen das als einen vielversprechenden Auftakt für die Saison der leichten Muse.

 

Unbeschwertheit und Fröhlichkeit: Mehr als 400 Musikfreunde ließen sich verzaubern und mitreißen von einem abwechslungsreichen, schwungvollen und breit gefächerten Programm. Der Kulturverein Forum Schenefeld hatte den Operettenchor Hamburg und Solisten eingeladen. Vorsitzende Marita Peemöller wies zur Begrüßung darauf hin, dass das Konzert der Startschuss für eine Reihe von Operettenaufführungen im Forum ist.

Mit „Stiergefecht in der Sierra de Suazzo“ und einem Couplet aus dem „Zigeunerbaron“ eröffneten die einheitlich in Schwarz und mit bunten Federboas gekleideten Mitwirkenden des Ensembles den Melodienreigen. Die dynamische Chorleiterin Doris Vetter – in Schenefeld bekannt als frühere Dirigentin der „Liedertafel“ – hatte nicht nur die Gesamtleitung, sondern erwies sich auch als brillante Sängerin.

 

Dargeboten wurden die schönsten Arien, Duette und Chorszenen aus der Welt der Operette und des klassischen Musicals. Aufgelockert wurde das Programm durch Lieder, die die ausgezeichneten Solisten Jule Rosalie Vortisch (Sopran) und Felix Müller (Tenor) sangen, begleitet von den temperamentvoll aufspielenden Instrumentalisten Marina Komissartschik (Piano) und Christoph Wiatre (Perkussion).

 

Zwischendurch kündigte Dietrich Osten, Vize des Kulturvereins, die Stücke an und erzählte Wissenswertes über die Komponisten.

 

Nicht nur die gekonnte Führung von Vetter in virtuosen Passagen, sondern auch die Beiträge der Solisten hinterließen einen faszinierenden Eindruck begeisterten Musizierens. Ein Höhepunkt des Abends war das Duett von Franz Lehar „Niemand liebt dich so wie ich“ aus Paganini. Als dritte Zugabe wurde – eine Huldigung an die „Liedertafel“ und an den Komponisten Günter Scholze – das Schenefeld-Lied gesungen. Die Zuhörer belohnten die Sängerinnen und Sänger mit lang anhaltendem Applaus für ein beeindruckendes Konzert – völlig zu Recht. (gm)

Letzte Aktualisierung ( Monday, 13. August 2007 )

Itzehoe

Eine Kritik aus der Norddeutschen Rundschau, geschrieben am Mittwoch, 4. April 2007

 von Heinz Longerich

 

 

Vielseitige Talente: Der Hamburger Operettenchor begeisterte im theater itzehoe 

 

Starker Chor präsentiert Musik zum Schwelgen 

 

 

Itzehoe – Das war ein Konzert, das zum Schwelgen verführte. Der Operettenchor Hamburg präsentierte im theater itzehoe lauter liebe gute alte Bekannte: die Fledermaus, den Zigeunerbaron, die Csárdás-Fürstin. “Freunde, das Leben ist lebenswert“, Felix Müller mit temperiertem Tenor den Tenor des beschwingten Gala-Abends.

   Die Hamburger waren bei den „Herbstklängen 2006“ unter Eckhard Heppner schon mal in Itzehoe. Der Gast-Auftritt „führte noch am selben Abend zu dem Wunsch, in diesem wunderschönen, einladenden Theater ein Konzert zu veranstalten“, sagte Doris Vetter, die, als Dirigentin, Moderatorin und Sängerin gleich mehrfach engagiert durch das Programm führte.

   Der stark besetzte Chor – die Damen stilgerecht mit bunten Federboas – besteht seit zweieinhalb Jahren und hat sich in Norddeutschland bereits einen Namen gemacht.

   Zu ausgesucht schönen Melodien aus dem reichen Fundus der klassischen Operette, „Ohrwürmern“ von Strauß, Lehár, Abraham und Kálmán, gesellten sich moderne Klänge aus Leonhard Bernsteins „West Side Story“. Auffällig: die schwungvolle Wiedergabe auf hohem Niveau mit vielen hübschen Einfällen.

   Mit Miriam  Sharoni stand eine attraktive Solistin zur Verfügung, deren strahlendem Sopran, dominant auch in den Duetten, die Operetten-Gala nicht zuletzt ihre glanzvollen Höhepunkte verdankte. Die charmante Sängerin hat, in Schweden geboren, in Israel aufgewachsen, mit weit gefasstem Repertoire an renommierten Häusern gewirkt und ist zur Zeit Gast der Hamburger Kammeroper. Auf eine lange Karriere blickt Partner Felix Müller zurück, der als temperamentvoller Barinkay und in  weiteren Solopartien zu hören war und auch schon mal den Chor verstärkte.

   Als echte Überraschung entpuppte sich Christoph Wiatre (Perkussion), der mit der ausgezeichneten Pianistin Marina Komissartschik das „Orchester“ bildete, aber auch mit sängerischen Qualitäten bestach – derweil dann die Chorleiterin das Schlagzeug bediente.

   Flexibilität wird großgeschrieben. So tanzte ein Chormitglied, das aus Samoa stammt, zur  „Blume von Hawaii“; drei andere Damen legten einen fulminanten Cancan auf die Bretter. Ob es wohl noch mehr verborgene Talente im Operettenchor gibt?

   Man darf gespannt sein. Das nächste Konzert, kündigte Doris Vetter an, ist am 23. November „in diesem wirklich einmalig schönen Theater“. Wir freuen uns.- Zugaben; verdienter, betont herzlicher Beifall im gut besetzten Haus. 
Letzte Aktualisierung ( Monday, 3. December 2007 )